Ich experimentiere gerade mit Online-Videos herum, weil ich mir gedacht habe, dass es vielleicht ganz witzig wäre, auch mal in Social Media einzusteigen. Was stelle ich fest? All diese Leute auf den Videos, die scheinbar mit mir reden, die reden mit sich selber! Einfach nur in ein Mobiltelefon hinein oder eine Kamera.
Es sind Selbstgespräche und wir hören Selbstgesprächen zu. Das ist keine Kommunikation. Das ist nichts communes im Social und das ist auch kein media weil da wird dir nichts übermittelt! Hier aber wird all zu oft nur mit sich selber gesprochen und wir lauschen – Da ist etwas verrückt.
Nun werdet Ihr sagen „Na, das weiß ja jeder!“ und, nein, irgendwie war ich immer noch auf der Schiene, dass Medien Sein für Andere ist. Nein, es ist nur Selbstvergewisserung, Selbstbestätigung, Spiegel. Es war Stanisław Lem, der in „Solaris“ feststellte:
„Wir brauchen keine anderen Welten. Wir brauchen Spiegel.“ (Solaris. DTV 14. Auflage 1999. S. 85)
Bestenfalls sind es die Träume anderer Menschen, denen wir hier zuschauen. Da scheint auch das tragische Element von social Media herzurühren: Es sind die Träume Anderer, nicht unsere.