Ist „Greta Thunbergs Erzählung“ ein Logos oder ein Mythos?

Dass die beste Story für Aufmerksamkeit entscheidend ist, ist eine Grundregel der Kommunikation. Die gilt auch, wenn immer wieder darauf verzichtet wird. Ist eben ein Logos. Wie alle großen Wahrheiten geradezu eine Banalität.
 
Die Frage ist: Ist „Gretas Erzählung“ ein Logos oder ein Mythos?
 
Dieser Artikel in der Faz behauptet: Es ist ein Mythos: Ich (Greta Thunberg) weiß etwas (besser als ihr), glaubt mir. 
 
Damit zeigt der Autor Thomas Mayer aber nur, dass er der Äußerung von Greta gar nicht zugehört hat. Greta verkündet keinen Mythos und auch keine Angstmacherei oder apokalyptische Story. Sie malt nichts aus, sie erzählt gar nichts. Sie sagt: Ich verstehe nicht (und das liegt auch an der spezifischen Funktionsweise meines Gehirns) dass die von der Mehrheit der Wissenschaftler*innen anerkannten Fakten von den Regierungen simpel und direkt missachtet werden. Das finde ich unverschämt, unmöglich, undenkbar, unlogisch und dagegen wehre ich mich mit den Mitteln, die ich habe. 
 
Greta ist eine Stimme des Logos, nicht des Mythos. Wenn Trump dagegenhält: „Weil ich an saubere Luft und sauberes Wasser glaube. Wir haben die sauberste Luft, wir haben das sauberste Wasser.“, ist er im Mythos: Ich glaube es und daher solltet Ihr das auch glauben.
 
Herr Mayer, wie viele alte Männer, die es nichts mehr angehen wird, versuchen nun offensichtlich verschiedene Strategien, vielleicht, um ihre Untätigkeit zu rechtfertigen. Hier sind zwei: 
  1. Sie geben den Auffassungen der Wissenschaftler, auf die sich Greta beruft,  einen mythischen Charakter. „Ich glaube an die Wissenschaft“ , das seien auch nur Meinungen, das seien nur falsifizierbare wissenschaftliche Hypothesen (eine falsifizierbare Hypothese ist aber keine Meinung sondern eine Tautologie, jede Hypothese ist falsifizierbar, sonst ist es keine Hypothese). 
  2. Sie behaupten, Greta erzähle eine von ihr erfundene oder von ihren Beratern gepushte Erzählung und verstehe selbst gar nichts von der Sache. (Angriffe ad hominem) Irgendwann werde sich das verlaufen.
Dabei wäre es so einfach: Sollen diese „Kritiker“ wissenschaftlich belegen,  dass die Fakten falsch sind, dass die Hypothesen falsch sind, dass die Tendenzen der Erderwärmung nicht existieren. Sollen sie über das Klima reden, nicht über Greta. 
 
Dann wird Greta als erste sagen: Ich folge dieser Logik, die neuen Fakten belegen … usw.